Projektgruppe: André Schwitalla · Aylin Sarapcioglu · Christoph Ruppel — 4. Semester / SoSe 2026
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Teil 1 · Gesamte Projektgruppe
Das Projekt & die wissenschaftliche Basis
Idee, Team und Evidenz — gemeinsam entwickelt von der gesamten Projektgruppe, bevor sich die zwei Einrichtungs-Teams gebildet haben.
Wie alles begann
Ein Modul, eine Frage, ein Projekt
Im Wintersemester 2025/26 — Modul „Alter und Diversity" bei Prof.in Dr.in Tanja Segmüller — stand nicht die Pflegestatistik im Mittelpunkt, sondern eine andere Frage:
Wie bleiben Selbstständigkeit, Lebensqualität und Teilhabe im Alter möglichst lange erhalten?
Prävention heißt für uns: funktionelle Fähigkeiten erhalten und Pflegebedürftigkeit hinauszögern — nicht nur Krankheiten vermeiden.
+280.000
zusätzliche Pflegekräfte werden bis 2049 in Deutschland mindestens benötigt — der demografische Wandel macht Prävention zur gesellschaftlichen Aufgabe.
Den wissenschaftlichen Unterbau haben wir im 5er-Team entwickelt — bevor wir uns in zwei Einrichtungs-Teams aufgeteilt haben.
André Schwitalla
Team Nordstadt
Aylin Sarapcioglu
Team Nordstadt
Christoph Ruppel
Team Nordstadt
Celine Ssentamu
Team Luisenglück
Louis Zinken
Team Luisenglück
Gemeinsames Ziel: die Bausteine identifizieren, die wissenschaftlich belegt am meisten für ein gesundes Alter bewirken.
Wissenschaftliche Basis
Das „Window of Opportunity"
Die Lebensphase zwischen Arbeit und Ruhestand (ca. 55–70) ist ein präventives Zeitfenster: Gewohnheiten lassen sich noch verändern, Muskelmasse erhalten, Gesundheitskompetenz stärken — hier werden die Weichen fürs Alter gestellt. QuellenBelege · Portfolio A. Schwitalla (2026)Barnett, I., van Sluijs, E. M. F. & Ogilvie, D. (2012)Physical Activity and Transitioning to RetirementAmerican Journal of Preventive Medicine, 43(3), 329–336 · doi:10.1016/j.amepre.2012.05.026ZWAR e. V.Zwischen Arbeit und Ruhestand — Netzwerke in NRWzwar-ev.de
Bewegung
QuellenBelege · Portfolio A. Schwitalla (2026)Robert Koch-Institut (2025)Körperliche Aktivität in Deutschland: Diskrepanz zwischen Erwartung und Aktivitätsverhalten im Alterdoi:10.25646/13470Gerstl, D. S.Bewegung im Alter — Internationale und nationale Empfehlungenu. a. WHO: 150 Min./Woche moderat + 2× KrafttrainingGesund aktiv älter werdenAlltagsTrainingsProgramm (ATP) & Lübecker Modell Bewegungsweltengesund-aktiv-aelter-werden.de
Mind. 150 min moderate Aktivität + 2 Krafttage pro Woche — die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining wirkt nachweislich am effektivsten.
Ernährung
QuellenBelege · Portfolio A. Schwitalla (2026)Cruz-Jentoft, A. J. et al. (2019)Sarcopenia: Revised European Consensus on Definition and Diagnosis (EWGSOP2)Age and Ageing, 48(1), 16–31 · doi:10.1093/ageing/afy169Bauer, J. M. (2022)Ernährung im Alter — ein wesentlicher Schlüssel zum Erhalt der Funktionalität und LebensqualitätSchweizer Gastroenterologie, 3(1), 30–36 · doi:10.1007/s43472-022-00064-4DGE & Verbraucherzentrale (2025)Kritische Nährstoffe und Proteine im Alterdge.de · verbraucherzentrale.de
1–1,2 g Protein/kg Körpergewicht gegen altersbedingten Muskelabbau (Sarkopenie) — Krafttraining + Protein verbessert Muskelkraft messbar.
Sozial eingebettet
QuellenBelege · Portfolio C. Ssentamu (2026)Richter, A. (2014)Soziale Netzwerke und soziale Unterstützung im AlterDissertation, Universität GreifswaldDeutsches Zentrum für Altersfragen (2025)Freunde werden im Alter wichtigerdza.deRohrauer-Näf, G. et al. (2025)Kommunale Gesundheitsförderung — Soziale Teilhabe älterer Menschen stärken
Aktivierung gelingt alltagsnah und in Gemeinschaft — nicht als isolierter Sportkurs. Gemeinsames Essen und Gruppen stärken Körper und Psyche.
Referenzrahmen: WHO-Ansatz ICOPE (Integrated Care for Older People) — Funktionsfähigkeit erhalten statt nur Krankheit behandeln.QuellenBelege · Portfolios Schwitalla & Ssentamu (2026)World Health OrganizationIntegrated Care for Older People (ICOPE)who.intWildner, M. (2025)Strategien der Präventiondoi:10.1055/a-2419-8655
Wissenschaftliche Basis
Von der Evidenz zu den Bausteinen
Sarkopenie: Muskelabbau ist die zentrale Alters-Baustelle — Protein & ausgewogene Kost wirken dagegenErnährungQuellenBelege · Portfolio A. Schwitalla (2026)Cruz-Jentoft, A. J. et al. (2019)Sarcopenia: Revised European Consensus on Definition and Diagnosis (EWGSOP2)Age and Ageing, 48(1), 16–31 · doi:10.1093/ageing/afy169Deutsche Gesellschaft für ErnährungKörperzusammensetzung und kritische Nährstoffe im Alterdge.de
Kraft, Balance, Ausdauer: schon kleine Alltagseinheiten senken Sturz- und Krankheitsrisiko deutlichBewegungQuellenBelege · Portfolio A. Schwitalla (2026)Robert Koch-Institut (2025)Körperliche Aktivität in Deutschland: Diskrepanz zwischen Erwartung und Aktivitätsverhalten im Alterdoi:10.25646/13470FAZ (2024)Sollten Rentner ins Fitnessstudio? Was eine Studie aus Dänemark zeigtfaz.net
Einsamkeit ist ein eigenständiger Risikofaktor — regelmäßiger Austausch schützt Körper und PsycheSoziale KontakteQuellenBelege · Portfolio C. Ssentamu (2026)Richter, A. (2014)Soziale Netzwerke und soziale Unterstützung im AlterDissertation, Universität GreifswaldDeutsches Zentrum für Altersfragen (2025)Freunde werden im Alter wichtigerdza.de
Struktur gibt Halt: feste Routinen beugen Passivität vor und sichern Aktivität langfristigAlltagQuellenBelege · Portfolio A. Schwitalla (2026)Gesund aktiv älter werdenAlltagsTrainingsProgramm (ATP) — Bewegung fest im Tagesablauf verankerngesund-aktiv-aelter-werden.deWorld Health OrganizationICOPE — Funktionsfähigkeit im Alltag erhaltenwho.int
Die meisten Stürze passieren zu Hause: ein angepasstes Wohnumfeld schützt und erhält SelbstständigkeitWohnenQuellenBelege · Portfolio A. Schwitalla (2026)Universität BayreuthForschung zur Minimierung der Sturzgefahr im Alteruni-bayreuth.deDiakonie DüsseldorfAltersgerechtes Wohnen — so lange wie möglich zuhause lebendiakonieduesseldorf.de
Und vor Ort? Die Fragebögen in den Einrichtungen zeigen, welche Bausteine dort den größten Bedarf haben — genau da setzen die Teams zuerst an.
Einleitung
Ein Werkzeugkasten für ein aktives Leben im Alter
Einfach, alltagstauglich, direkt umsetzbar — übergeben an Senior:innen, Angehörige oder Einrichtungen.
Selbstständigkeit erhalten
Wer aktiv bleibt, behält die Kontrolle über den eigenen Alltag — kleine Routinen stärken Unabhängigkeit und Selbstvertrauen.
Pflegebedarf vorbeugen
Regelmäßige Aktivität beugt körperlichem und geistigem Abbau vor — Pflegebedarf bleibt länger gering.
Lebensqualität steigern
Aktive Menschen fühlen sich besser, haben mehr Energie und erleben ihren Alltag positiver.
Einleitung
Die fünf Bausteine des Koffers
Ernährung
Kochbuch — Fundament für Vitalität
Bewegung
Alltags-Bewegungsprogramm
Soziale Kontakte
Kalender & Gruppen — Gemeinschaft stärkt
Alltag
Struktur gibt Halt und Orientierung
Wohnen
Sturzprävention — Zuhause schützt
Ausgabe → Einführung → Anwendung: kurze Erklärung der Bausteine, dann praktischer Einsatz im täglichen Leben.
Der Weg zur Einrichtung
Wie wir gestartet sind
01
Anfangspräsentation
Vorstellung des Konzepts bei potenziellen Einrichtungen
Erfolgsstrategie: Eine interne Vertrauensperson aus der Gruppe selbst öffnet Türen, die von außen verschlossen bleiben.
Erfolgsstrategie
Die Schlüsselperson
Die Mutter von Herrn Bittner wurde unsere interne Ansprechpartnerin — selbst Teil der Zielgruppe, gleiche Altersstruktur.
Übernahm die Organisation vor Ort
Half beim Animieren und Motivieren der Gruppe
Genoss das Vertrauen der Teilnehmenden
Erste Sitzung · Fragespiel
Was die Senior:innen wirklich wollen
Nach der Hospitation haben wir in der ersten Sitzung ein Fragespiel gespielt — spielerisch statt Formular. Das Ergebnis war eindeutig:
1
Regelmäßig treffen
Das größte Interesse: verlässliche Treffen in Gemeinschaft — ordentlich organisiert, nicht dem Zufall überlassen.
2
Aktivitäten-Kalender
Feste Termine zum Vorfreuen — ein Kalender, der Struktur in die Woche bringt.
3
Bewegung
Gemeinsam aktiv werden — am liebsten als Teil der Treffen, nicht als Pflichtprogramm.
Ernährung blieb bewusst außen vor — das Essen kommt zentral aus der Küche der Einrichtung. Unser Fokus vor Ort: Treffen, Kalender, Bewegung.
Umsetzung
Was wir umgesetzt haben
Umgesetzt
Bewegung im Sitzen
Stuhl-Übungen, die alle mitmachen können — angepasst an die Möglichkeiten der Gruppe.
Umgesetzt
Gemeinschaftskalender ↗
Als Wandkalender aufgehängt — jeder 2. Mittwoch ist Treff, mit Spezialterminen zu Nikolaus, Weihnachten & Ostern.
In Planung
Notizbüchlein
Persönliches Büchlein für Notizen, Termine und kleine Erfolge — der nächste Baustein.
Unser Bewegungsangebot
Stuhl-Yoga für Senior:innen
Genau das, was die Gruppe wollte: Bewegung, die guttut — sanft, im Sitzen, für alle machbar.
16 Übungenalle im Sitzenohne Hilfsmittelca. 15 Minuten
Wirbelsäule & Rumpf
Berghaltung20 Sek
Vorbeuge15 Sek
Seitendehnung15 Sek/S.
Drehung10 Sek/S.
Katze-Kuh8×
Nacken, Schultern & Brust
Nackendehnung10 Sek/S.
Adlerarme15 Sek
Brustöffnung15 Sek
Arme & Hände
Armheben10×
Arm-Pull-Downs10×
Palm Press15 Sek
Beine & Füße
Kniehebung10×/Bein
Beinstreckung10×/Bein
Figur-Vier-Dehnung15 Sek/S.
Fersengleiter10×/Bein
Fersenheben12×
Auf den Körper hören — nur so weit gehen, wie es guttut. Regelmäßiges Üben fördert Beweglichkeit, Kraft & Wohlbefinden.
Über die Einrichtung hinaus
Hafenfest Dortmund · 11. Juli 2026
Festmeile am Dortmunder Hafen
Unser Stand — „Herzlich willkommen"
Gemeinsamer Stand
Geplant zusammen mit Einrichtung und Teilnehmenden.
Kaffee & Kuchen
Gutscheine als Einladung zum Mittwochstreff — niedrigschwellig und persönlich.
Community-Wirkung
Neue Teilnehmende gewinnen, Prävention im Stadtteil sichtbar machen.
O-Ton vom Hafenfest
Die Einrichtung im Interview
Martin Bittner, Einrichtungsleitung SHDO Nordstadt, im Kurz-Interview an unserem Stand — über das Projekt und den Treff für das Quartier. (0:34, mit Ton)
Die Einrichtungsleitung steht sichtbar hinter dem Projekt
Der Treff wird als Angebot für das ganze Quartier getragen
Reflexion
Was gut lief
Die Teilnehmenden wurden von Termin zu Termin aufgeschlossener
Der Außenbereich an der Straße war anfangs eine Barriere — am Ende kein Thema mehr
Das Projekt lief durchweg positiv — die Menschen waren sehr offen
Eine sichtbare Verhaltensänderung: Aus anfänglicher Unsicherheit im Außenbereich wurde Selbstverständlichkeit — genau das ist das Ziel des Präventionskoffers.
Draußen angekommen
Reflexion
Herausforderungen & Grenzen des Settings
Ernährung
Nicht beeinflussbar — die Verpflegung ist fremdbestimmt durch die Einrichtung.
Mobilität & Außenbereich
Straßenlage verunsicherte beim Rausgehen — dazu körperliche Einschränkungen einzelner.
Digitale Kompetenz
Smartphones kaum genutzt — der physische Kalender war die richtige Lösung.
Extremwetter
Mehrfach fielen Termine wegen extremer Hitze aus — wir verlegen in kühlere Zeiten und legen eine Sommerpause ein.
Grenzen erkennen und Lösungen ans Setting anpassen — analog statt digital, wenn es die Zielgruppe braucht.
Wissenschaftlich begleitet · Blitzbefragung
Wetter & Alltag — was die Gruppe berichtet
9 Teilnehmende75–90 Jahre7 Fragen · im Treff erhobenFragebogen ansehen ↗
Hitze schränkt am stärksten einfast alle
Extremwetter mehr als früherMehrheit
Wetter körperlich spürbar (Kreislauf, Gelenke, Schlaf)fast alle
Schon Treffen deswegen ausgefalleneinige
Explorative Blitzbefragung — dargestellt sind Tendenzen, keine repräsentative Statistik.
Konsequenz: Heute kamen einige hitzebedingt nicht — das Bewegungsprogramm fiel erneut aus. Wir legen eine Sommerpause ein und verlegen Termine in kühlere Zeiten.
Ausblick
Nächste Schritte
Sommerpause: wetterbedingt pausieren wir über die heißen Wochen — Wiederaufnahme im September, dann Termine in kühleren Zeiten
Neue Einrichtung am Zehnthof: Pflegeeinrichtung für junge Menschen hat Interesse gemeldet — Start nach Renovierung in ca. 3 Monaten
Hochschule Bochum: Kooperation angestrebt — wissenschaftliche Begleitung und Verstetigung
Multiplikation: Der Ansatz wirkt und lässt sich übertragen — auf neue Zielgruppen und Einrichtungen
Einrichtung am Zehnthof
Übergabe & Kontakt
Ansprechpartner:innen für die Nachfolge
Für die nachfolgenden Studierendengruppen: Diese Personen kennen den Präventionskoffer bereits und sind die erste Anlaufstelle in den Einrichtungen.
SHDO Nordstadt
Seniorenwohnsitz Nord · Schützenstraße 103, 44147 Dortmund
Martin Bittner
Einrichtungsleitung
m.bittner@shdo.de
0231 700780-88
Am Zehnthof
Wohn- und Begegnungszentrum Zehnthof · Am Zehnthof 119, 44141 Dortmund
Manuela Balkenohl
Einrichtungsleitung
m.balkenohl@shdo.de
0231 5649-106
Haus Luisenglück
Hombrucher Bogen 6 · Dortmund-Hombruch
Nicole Kurek
Einrichtungsleitung
n.kurek@shdo.de
0231 7382-321
Seniorenwohnsitz Westholz
Westholz 17 · 44328 Dortmund
Neu · Interesse bekundet
Iris Dotschkal
Einrichtungsleitung
i.dotschkal@shdo.de
0231 476434-12
Alle vier Standorte gehören zur Städt. Seniorenheime Dortmund gGmbH (SHDO) — das Projekt ist dort bekannt und die Fortführung ausdrücklich gewünscht.
„Hömma… bleib aktiv."
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit — Fragen & Austausch gern jetzt.